Was will ich im Leben? Wenn ein neuer Abschnitt beginnt, bevor du weißt, wohin er führt
- Bettina Cornelius

- vor 4 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

Es gibt Momente im Leben, in denen eine Frage auftaucht, die lange im Hintergrund war.
Sie kommt nicht laut, nicht dramatisch — eher wie ein leiser innerer Ton, der mit jeder Woche klarer wird. Vielleicht am Ende eines Tages, der eigentlich ganz normal war. Vielleicht in einer Pause zwischen zwei Terminen. Vielleicht in einem Moment, den du gar nicht bewusst gesucht hast:
Was will ich im Leben?
Diese Frage entsteht selten aus Unzufriedenheit. Oft taucht sie genau dann auf, wenn im Außen vieles stabil ist: Beruf, Alltag, Beziehungen, Verantwortung.
Und doch spürst du, dass etwas in dir sich verändert hat — leise, aber deutlich.
Du funktionierst, du bist präsent, und gleichzeitig entsteht ein Abstand zu deinem eigenen Leben. Nicht falsch, aber auch nicht mehr ganz richtig.
Wenn du nicht mehr weißt, was du im Leben willst
Lebensveränderungen beginnen selten mit klaren Entscheidungen. Viel öfter beginnen sie mit inneren Irritationen.
Vielleicht fühlt sich dein Zuhause anders an. Es ist alles wie immer — und doch reagiert etwas in dir anders.
Vielleicht verändern sich Gespräche mit Menschen, die dir wichtig sind. Sie verlieren an Tiefe, obwohl du dich nach genau dieser Tiefe sehnst.
Oder du bemerkst, dass du deine familiäre Rolle weiterhin verlässlich erfüllst, gleichzeitig aber innerlich spürst, dass ein Teil von dir mehr Raum braucht. Nicht, um etwas aufzugeben — sondern um wieder du selbst zu sein.
Diese Veränderungen sind nicht laut. Aber sie tragen Bedeutung.
Wie die Frage „Was will ich im Leben?“ in dir entsteht
Diese Frage bringt selten nur ein Gefühl mit sich. Sie ist ein Geflecht aus vielen inneren Bewegungen:
Unsicherheit, weil das Vertraute seine Selbstverständlichkeit verliert. Sehnsucht, weil du spürst, dass etwas Neues in dir wächst. Zweifel, ob du dir diese Gedanken „erlauben“ darfst. Und manchmal ein leiser Hauch von Scham, weil du etwas anderes willst, obwohl viel in deinem Leben funktioniert.
Und trotzdem: Neben all dem taucht auch Hoffnung auf. Eine Ahnung, dass etwas entstehen möchte — auch wenn du die Form noch nicht kennst.
Diese Mischung ist normal. Sie zeigt, dass du dich veränderst.
Wie du spürst, was du im Leben wirklich willst – bevor du es benennen kannst
Viele Menschen erwarten, dass Klarheit als Gedanke auftaucht: eine Idee, ein Plan, ein Ziel.
Doch oft zeigt sich das innere Wollen zuerst im Körper oder in kleinen emotionalen Reaktionen.
Vielleicht spürst du bei manchen Gedanken eine Weite. Bei anderen eher Enge.
Manche Möglichkeiten geben dir Energie, obwohl du sie kaum kennst. Andere wirken schwer, auch wenn sie vernünftig wären.
Was du wirklich willst, zeigt sich manchmal in:
einem Satz, der dich nicht loslässt
einer Idee, die immer wiederkommt
einem Wunsch, den du lange zurückgehalten hast
einem Gefühl, das größer wird, je mehr du es zulässt
Klarheit entsteht unterwegs, nicht am Anfang.
Was, wenn du spürst, dass du etwas anderes willst – aber noch nicht weißt, was?
Genau diese Phase empfinden viele als belastend. Denn der Kopf möchte Antworten.
Das Herz möchte Raum. Und das Leben läuft einfach weiter.
Doch dieses „Zwischenstadium“ ist kein Stillstand. Es ist der Beginn eines neuen Abschnitts — einer, der noch keinen Namen hat.
Wenn ein neues Jahr beginnt — und du dich fragst, warum du nicht ins Tun kommst
Gerade zum Jahresanfang entsteht oft der Wunsch nach Veränderung. Nicht, weil das alte Jahr schlecht war, sondern weil ein neues Jahr einen offenen Raum schafft.
Und doch passiert Folgendes:
gute Gedanken verflüchtigen sich,
Vorhaben verlieren Kraft,
der Alltag zieht dich zurück,
und die Richtung bleibt unklar.
Nicht, weil du unentschlossen bist. Sondern weil du noch nicht weißt, wohin du gehen möchtest.
Veränderung braucht nicht Druck. Sie braucht innere Orientierung.
Wenn vertraute Glaubenssätze dich bremsen
Viele Menschen geraten nicht ins Tun, weil sie zu wenig wollen. Sondern weil sie zu viel „sollten“.
Glaubenssätze wie:
„Ich darf erst gehen, wenn ich weiß, wohin.“
„Ich habe Verantwortung — ich kann keinen Umweg machen.“
„Ich brauche Sicherheit, bevor ich etwas ändere.“
„Ich darf nichts riskieren.“
Diese Sätze haben lange getragen. Sie waren wichtig. Sie waren stabilisierend.
Doch nun sind sie enger geworden.
Veränderungsprozesse scheitern selten am Mut - sie scheitern an alten Überzeugungen, die nicht mehr zu dem passen, was innerlich entstehen möchte.
Warum Vertrauen wichtiger wird als Gewissheit
In Übergangsphasen ist nicht Klarheit der Schlüssel — sondern Vertrauen.
Vertrauen, dass du es unterwegs herausfinden wirst. Vertrauen, dass der Weg sich zeigt, während du gehst. Vertrauen, dass ein kleiner Schritt reicht. Vertrauen, dass du dich selbst nicht verlierst, sondern eher wiederfindest.
Du musst den ganzen Weg nicht kennen. Nur den nächsten stimmigen Schritt.
Wenn äußere Veränderungen Raum schaffen
Für manche entsteht die Frage „Was will ich im Leben?“ besonders dann, wenn plötzlich Zeit oder Freiheit entsteht - etwa durch eine Abfindung, berufliche Veränderung oder Neuorganisation.
Plötzlich musst du nichts mehr.
Und genau deshalb fragst du dich: „Was will ich eigentlich?“
Es ist keine Krise. Es ist die erste ehrliche Begegnung mit dir selbst seit Langem.
Wie systemische Beratung dich unterstützen kann
Systemische Beratung bietet dir einen ruhigen, geschützten Raum:
um zu erkennen, was dich geprägt hat
um zu spüren, was heute wirklich wichtig ist
um alte Glaubenssätze zu verstehen
um neue Perspektiven entstehen zu lassen
um Vertrauen zu entwickeln
um Schritte zu finden, die nicht überfordern
Hier geht es nicht darum, alles zu verändern. Sondern darum, wieder in deinem eigenen Leben anzukommen.
Ein nächster möglicher Schritt
Vielleicht begleitet dich die Frage „Was will ich im Leben?“ schon eine Weile. Vielleicht spürst du, dass ein neuer Abschnitt beginnt — zart, aber deutlich.
Wenn du diese Phase nicht allein durchgehen möchtest, lade ich dich zu einem kostenlosen Kennenlern-Telefonat ein. Ein ruhiger Moment, in dem du erspüren kannst, ob systemische Begleitung dir gut tun könnte.
Kontaktiere mich gern unkompliziert: per WhatsApp oder per E-Mail — so, wie es sich für dich stimmig anfühlt.
Ich begleite dich gern ein Stück auf deinem Weg.
Bettina Cornelius Coaching I Systemische Einzelberatung I Paarberatung I Coaching. Ich biete Einzelberatung und Paarberatung in der Nähe oder online - deutschlandweit an.

Systemische Therapie und Beratung
(IGST e.V., Heidelberg, zertifiziert bei der SG Systemische Gesellschaft)
weitere Ausbildungen u.a.:
Systemische Angsttherapie (Dr. Bernd Schumacher),
Curriculum Systemische Paartherapie (Nele Sehrt) Curriculum Systemische Sexualtherapie (Prof. Dr. Ulrich Clement)



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